Loslassen lernen – Befreie Dich von alten Lasten

Einfach eine Sache loszulassen. Gar nicht mehr darüber nachdenken oder sie sein zu lassen. Das hört sich einfach an. Ist es nur leider nicht. Für viele bedeutet es harte Arbeit an sich selber. Loslassen lernen muss man erstmal. Was es bedeutet, eine Sache loszulassen, welche Vorteile es Dir bietet und wie Du es mit einfachen Mitteln erreichen kannst.

Loslassen lernen

Warum fällt es uns allen so schwer alte Erinnerungen, Beziehungen oder Verhaltensweisen loszulassen? Obwohl wir wissen, dass sie uns nicht guttun oder sogar schaden, halten wir immer weiter daran fest. Rational ist das sicher nicht zu erklären. Es ist emotional zu begründen, warum es uns nicht gelingt, einfach loszulassen.

Regelrecht scheinen wir programmiert zu sein, bestimmte Dinge zu tun oder wieder in unser Leben zu lassen. Denken wir, sie einmal aus unserer Gedankenwelt verbannt zu haben, reicht eine kurze Erinnerung, um uns dann doch das Zugeständnis selber abzuringen, dass ein wenig Kontakt, Beschäftigung mit dem Thema oder die Aktivität nicht so schlimm sein kann.

Man erinnert sich an die schönen Erinnerungen, die überhaupt dazu geführt haben, dass diese Sache Teil des eigenen Lebens geworden ist. Die negativen Aspekte werden heruntergespielt, weil man ja nicht wieder zulassen wird, dass es das Leben schädigen.

Selbst wenn man es geschafft hat, etwas loszulassen, gerät man immer wieder so in seinen Sog. Beim loslassen lernen muss man also nicht nur lernen, eine Sache zu überwinden, man muss auch verstehen, dass sie ab jetzt kein Teil des eigenen Lebens mehr ist.

Was kann man alles loslassen?

Es gibt vielfältige Dinge, die man am Besten loslassen sollte, weil sie einem nicht guttun oder aber auch weil sie unserem Umfeld nicht guttun. Diese können beispielsweise sein:

  • Negative Gedanken wie Ängste und Selbstzweifel
  • Materielles bzw. Gegenstände, die man nicht mehr Braucht
  • Alte unerfüllte Träume
  • Einen unliebsamen, krankmachenden Job
  • Schlechte Verhaltensweisen wie Rauchen, zu viel Essen und übermäßiger Medienkonsum

Es gibt noch einiges mehr. Aber das sollte vieles Abdecken, was man im Leben mit sich herumschleppt unfähig, sie einfach hinter sich zu lassen, obwohl sie einem nichts bringen oder sogar schaden.   

Warum loslassen so schwer fällt

Gewohnte Muster bedeuten für uns instinktiv Sicherheit. Nach einem bewehrten Muster zu leben, bedeutete früher offensichtlich, dass es nicht so schlecht sein kann. Denn schließlich lebt man noch. Für die meisten Menschen in der Geschichte war das keine Selbstverständlichkeit.

Eine Veränderung konnte das brechen mit einer Erfolgsformel bedeuten. Im schlimmsten Fall hat man was Neues in seinen Speiseplan hinzugefügt unwissend, dass diese Sache giftig ist. Wir Menschen sind lieber Konservativ. Das ist Sicherer. Lieber was Schlechtes, von dem ich weiß, dass es mich nicht umbringt.

Etwas loszulassen bedeutet immer Veränderung. Es ist nicht mehr Teil des eigenen Lebens. Es wird entweder ersetzt oder wird einfach gestrichen. Auf jeden Fall ändert sich das eigene Leben grundsätzlich. Der Gedanke kann einen verunsichern. 

Loslassen lernen bedeutet in modernen Zeiten, zu lernen, dass Veränderungen einen nicht gleich umbringen. Ein wichtiger Glaubenssatz für diese Situation sollte sein: Veränderungen bedeuten immer neue Chancen.

Sie sind immer Positiv und nützen einen mehr als das sie schaden können. Gerade in unserer heutigen Zeit verändert sich unsere Welt rasend schnell. Laufend kommen neue Dinge hinzu. Alte Traditionen und Vorstellungen vom Leben können da hinderlich sein.

Gute Routinen sind wichtig, schlechte aber schädlich

Unser Leben besteht zu großen Teilen aus Routinen, die von unserem Gehirn abgespult werden. Sie entlasten unseren oft gleichen Alltag. Ohne viel Nachzudenken bewältigen wir Aufgaben. Wie oft ist man schon zur Arbeit mit dem Auto gefahren und stellt fest, dass man sich an die Fahrt bewusst kaum erinnern kann.

Eine Morgenroutine Ermöglicht uns, übermüdet unseren Morgen zu bewältigen. Routinen sind nicht nur angenehm für unseren Alltag, sondern haben auch einen positiven Effekt für unser Gehirn. Es verbraucht deutlich weniger Energie.  

Dass wir also so an unsere Gewohnheiten klammern und es uns schwerfällt, sie loszulassen, hat einen guten Grund. Leichter wird es uns dadurch aber nicht gemacht. Man kann aber sein Gehirn Regelrecht umprogrammieren.

Loslassen lernen ist ein Geduldspiel

Man sagt, das Gehirn braucht einen Monat, um ein neues Verhaltensmuster nachhaltig zu speichern. Bis dahin muss man Energie einsetzen. Etwas, dass unser Gehirn und Körper von Natur aus lieber einsparen will. In der Zwischenzeit muss man umso Aufmerksamer sein, dass man nicht in alte Verhaltensmuster abdriftet.

Danach wird es einfacher, so lange man nicht zulässt, dass das alte Muster wieder hervorbricht. Alte Verhaltensweisen sind mit Emotionen verbunden. Die Spannung eines guten Filmes am Abend, das angenehme Völlegefühl nach einem üppigen Essen oder der Spaß bei einem Videospiel.

Diese Gefühle sind auch lange nach einem Monat noch vorhanden und erinnern Dich daran, wie schön es doch war. Beim Loslassen lernen geht es gerade darum, in solchen Momenten nicht Rückfällig zu werden.

Loslassen lernen bedeutet auch seine Gefühle zu verstehen

Wir verbinden auch positives mit unseren Schlechten Angewohnheiten. Wenn eine Zigarette, nicht entspannen würde und man sich schon nach dem ersten Zug wohler fühlen würde, würde man nicht bei jeder Stressigen Situation nach dem Glimmstängel greifen.

Auch mit einer verflossenen Liebe muss man schöne Momente gehabt haben. Sonst hätte man sich nicht in diesen Menschen verliebt, oder? Man erinnert sich an die schönen Momente und hätte sie gerne wieder.

Umgekehrt kann es aber auch sein, dass man meint alten Groll gegen jemanden überwunden zu haben. Aber irgendeine nebensächliche Sache reißt alte Wunden auf und man fängt an, sich unverhältnismäßig dem anderen gegenüber zu verhalten.

Nie wieder in alte Muster zurückfallen

Um Dich davor zu schützen, immer wieder durch Emotionen in alte Muster zurückzufallen oder bereits abgeschlossenes wieder aufzuwärmen, kannst Du Dir folgende Schritte aneignen. Wenn Du das starke Bedürfnis verspürst, etwas zu machen, dann frage Dich folgendes:

  • Zu aller erst musst Du Dir aber überhaupt bewusstwerden, welche Gefühle Dich gerade beeinflussen.
  • Ist die Sache etwas, womit Du in der Vergangenheit abgeschlossen hast, die Du also eigentlich schon losgelassen hast?
  • Versuche Dir nochmal vor Augen zu führen, warum Du sie loslassen musstest. Was war der Grund, warum Du entschieden hast, dass diese Sache oder Person kein Teil Deines Lebens mehr sein soll.
  • Es müssen auch Gefühle eine Rolle gespielt haben, dass Du losgelassen hast. Hat es Dir viel Zeit und Kraft gekostet und Du warst enttäuscht, dass Dein Leben durch die Person oder Sache nicht so ist, wie Du es gerne hättest. Hat es Dich traurig oder krank gemacht.
  • Jetzt hast Du nicht mehr nur die schönen verklärten Dinge vor Augen, die dazu geführt haben, dass Du wieder zurückwillst. Mit dem ganzen Bild vor Augen kannst Du jetzt wieder bewusst eine Entscheidung für Dich treffen, ob Du die Sache oder den Menschen wieder in Deinem Leben lassen willst.

 

jetzt loslassen lernen

Loslassen lernen bedeutet nicht, nur zu verzichten. Es bedeutet vor allem an Lebensqualität und Freude zu gewinnen.

 

Positive Gefühle unterstützen Dich

Du kannst Dir als Unterstützung auch das Gefühl in Erinnerung bringen, dass Du hattest, als Du erklärt hast, endgültig eine Sache losgelassen zu haben. Wie befreiend ist es, seinen Groll gegen jemanden abzulegen.

Wie stolz ist man, mit dem Rauchen aufgehört zu haben und stattdessen angefangen zu haben, Sport zu machen. Alte Verhaltensmuster abzulegen und durch positive zu ersetzen, versetzt in der Regel mit so viel Stoltz, dass man es doch gar nicht aushält, es nicht der ganzen Welt zu verkünden.

Dann gibt es noch die Befreiung, Menschen, die einem Geschadet haben, seine Meinung zu sagen, auch wenn es bedeutet, mit diesen abschließen zu müssen.

Den nötigen Schritt etwas loszulassen, hast Du sicherlich als schwer empfunden, aber auch verbindest Du positive Gefühle damit, es geschafft zu haben. Behalte dieses Gefühl bei Dir.

Neues hilft beim loslassen lernen

Ich hatte es schon im Zusammenhang mit dem Rauchen erwähnt. Viele Raucher ersetzen erfolgreich Ihre negative Angewohnheit durch Sport. Das Schöne und wirkungsvolle am Sport ist, dass Glückhormone ausgeschüttet werden. Es füllt in diesem Fall die Leere die durch den Wegfall der Zigaretten entsteht.

Alles was uns Spaß macht, fördert die Bildung neuer Verbindungen im Gehirn. Es wird regelrecht umprogrammiert. Positive Tätigkeiten, die dir Spaß bereiten, sind somit Dein Schlüssel, langfristig Schlechtes loszulassen.

Dasselbe gilt natürlich auch für neue Bekanntschaften, die Dir ein gutes Gefühl geben, wenn Du sie trifft. Fühlst Du Dich wohl und hast gemeinsamen Spaß, kommst Du nicht in die Lage altem Freunden und Bekanntschaften Nachzutrauern.

Das solltest Du nie tun. Dem alten nachtrauern. Erst wenn Du wieder aktiv wirst und nach vorne Schaust und damit auch neues in Dein Leben integrieren kannst, bist Du in der Lage Dinge wirklich loszulassen.

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